Das Patenkind - 240D W123 aus Frankreich

Wie kommt man an ein Auto als Patenkind? Nun ja, eine Freundin von uns hat eine Tochter, die im Mai 18 Jahre alt werden wird. Auf der Suche nach einem Zwei- und Anfängerauto wurde ich konsultiert.
Als Berater schlug ich natürlich das Auto vor, auf dem viele von uns ihre ersten Erfahrungen gesammelt haben: Mercedes Diesel - entweder StrichAcht oder W123.
Die Entdeckung der Langsamkeit hat als Anfängerauto viele Vorteile: Sicherheit, Ausstrahlung von Gelassenheit, günstige Unterhaltskosten, sehr gute Übersicht und geringe Reparaturanfälligkeit. Was vor 15 Jahren für uns gut war, das ist auch heute noch ideal für Fahranfänger.

Nach kurzer Suche wurden wir fündig - mal wieder in Frankreich, diesmal im Süden in Montelimar.



Durch Zufall war ein Clubfreund gerade auf dem Weg nach Süden, also bat ich ihn, sich den Wagen für uns anzuschauen und bei Gefallen zu erwerben.

Der Wagen gefiel, ein kurzer Anruf zur Abstimmung und schon war es geschehen: Unser Patenkind war erworben.

240D W123 - 48 kW - 65 PS Zugstarter
406 Cayenneorange - 004 Stoff Bambus
EZL 04. Mai 1977
120.000 km auf dem Tacho - die dürften ungefähr stimmen.
Servolenkung (die frühe direktere - fast ohne Lenkspiel)
kein Colorglas, dafür Nachrüstklimaanlage
4-Gang Getriebe
Zentralverriegelung (mit den üblichen Problemchen)
Außenspiegel links + rechts
Gepäcknetze
Handschuhkastenschloss
Türkontakte Fondtüren
Fondbeleuchtung
Heckscheibe elektrisch heizbar aus Verbundglas
Automatische Antenne - kein Radio
Sicherheitsgurte hinten

Neupreis in Deutschland wäre 23.228,97 DM gewesen.

Die Überführung durch den Mont-Blanc-Tunnel, durch das Piemont, über den Brenner und dann in die Werkstatt in die Oberpfalz war absolut problemlos. Die Eingangsuntersuchung förderte zwei kleinere Roststellen an den Endspitzen zu Tage, die sofort behoben wurden. Danach ging es zum TÜV. Vollabnahme, AU und H-Kennzeichen waren keine Herausforderung und wurden auf Anhieb bestanden.

Im März 2010 haben wir unser Patenkind dann an einem Samstag aus der Oberpfalz abgeholt und nach Hannover überführt.



Schönes Blitzen und Leuchten in der Sonne nach dem kurzen Regenschauer




Die 435 Kilometer wurden in deutlich weniger als 4 Stunden Fahrtzeit erledigt. Geschwindigkeiten von 160km/h auf dem extrem wenig voreilenden Tacho (160 Tacho = 150 km/h GPS) waren leicht erreichbar auf der freien und ebenen A9.


Gut 160 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der A9 kurz vor Leipzig in der Ebene

 
Nun steht die Orange bei uns in der Tiefgarage und wird in Kürze an die neue Besitzerin ausgeliefert. Die Klimaanlage aus Italien kühlt sogar noch. Die letzte Befüllung war im Frühjahr 2006 mit R134a. Sie ist also schon umgerüstet worden vom alten FCKW-haltigen R12 auf heute zulässige Kältemittel.

Cayenneorange mit Stoff Bambus: 70er Jahre pur.


Allzeit gute und unfallfreie Fahrt auf allen Straßen.


2010-03-31
Frank Kellewald